Spur 0 Modellhaus bauen

Auch wenn ich noch kein rollendes Material für die Spur 0 besitze, möchte ich dennoch für diese Spurweite ein Modellhaus konstruieren. Vorteilhaft ist, dass dieser Maßstab auch für ältere Modellbauer recht ansprechend und nicht zu klein ist.

Grundsätzlich möchte ich das Haus vornehmlich aus Styrodur fertigen. Das Material lässt sich sehr gut verarbeiten. Im ersten Schritt geht es darum, die Seitenwände zu erstellen. Die eigentlichen Feinarbeiten kommen später.

Um ein maßstabsgetreues Modell zu entwerfen, habe ich FreeCAD verwendet.

Beispielhaft habe ich die Frontseite mit Fenstern, Kellerfenstern, einer Eingangstür mit Stufe konstruiert. Hierfür habe ich den Scetcher von FreeCAD verwendet. Danach wurden die entsprechenden Zeichnungen automatisch vom Modul TechDraw generiert, als PDF exportiert und im Maßstab 1:1 ausgedruckt.

Die übrigen Seiten sind selbsterklärend.

Die einzelnen Vorlagen werden nun auf 1 cm dickes Styrodur gelegt und mit einem stumpfen Bleistift und etwas Druck übertragen. Ebenso kann man die Blätter auch direkt auf die Styrodurplatte legen, mit Tesa-Film fixieren und mit einem Cutter ausschneiden.

Jetzt geht es um die Struktur der Hauswand. Ich habe mich für ein realistisches Ziegelsteinmuster entschieden. Hierfür verwende ich eine Strukturrolle, die ich mir von meinem 3D-Drucker gedruckt habe.

Damit lassen sich auch die Seiten meiner Hauswand prägen.

So sieht es mit ausgeschnittenen Fenstern und Tür aus:

Jetzt sollte man die Hauswand einfärben. Darauf komme ich später noch zurück. Für die Fenster habe ich aus Bastel-Streichhölzern Fensterrahmen gefertigt und mit Holzleim zusammengeklebt.

Die Rahmen habe ich weiß gestrichen. Wer möchte, kann jetzt die Fensterscheibe mit einfacher Klarsichtfolie von hinten ankleben.

Die Haustür habe ich ebenfalls mit Bastel-Streichhölzern gefertigt. Die Türklinke besteht aus einer L-formig gebogenen Büroklammer, die auf die entsprechende Länge gekürzt wurde.

Hier sieht man die Rückseite meiner Hausfront. Man kann die Klarsichtfolie als Fenster auch später und großzügiger über die Fenster kleben. Die weiße Masse um die Fenster- und Türrahmen besteht aus sog. Primer. Damit lassen sich mögliche Lücken zwischen Rahmen und Hauswand füllen. So kann später bei einer Beleuchtung das Licht nicht zwischen den Spalten hindurchscheinen.

Hier sieht man die fertige Hausfront:

Tipps zum Bemalen: Zuerst habe ich die Hausseiten nach der Prägung mit einem Gemisch aus Holzleim, etwas Wasser und weißer Acrylfarbe bemalt. Dadurch erscheinen die Seiten zunächst vollständig weiß. Man kann auch etwas Braun hinzufügen, damit die Fugen dunkler werden. Nachdem alles trocken ist, habe ich mit einem Gemisch aus Rot und Braun die Farbe für die Ziegelsteine hergestellt. Mit einem trockenen Borstenpinsel nimmt man nur wenig Farbe auf und wischt den Pinsel weitgehend trocken. Danach bürstet man diagonal zu den Fugen die Farbe auf die Hauswände. Interessant ist, dass bei dieser Methode nur die Steinoberseite ihre rotbraune Farbe erhält. die Fugen bleiben weitgehend unberührt. Zusätzlich kann man an einigen Stellen mit Braun und Wasser die Hausseiten individuell „verschmutzen“.

Für die Lampen habe ich fertige Modellbahnleuchten im Maßstab 1:50 verwendet. Diese gibt es sehr günstig im Internet. Von den Lampen habe ich den Mast und den Fuß abgezogen. Eine dickere Büroklammer wurde L-förmig gebogen und gekürzt. Sie dient als Lampenhalterung, die man später mitsamt den Anschlussdrähten durch die Hauswand führt (vorher ein dünnes Loch bohren). Die Halterung wird mit UHU (ohne Lösungsmittel) in der Hauswand verklebt.

An einer Hausseite habe ich den Giebel mit Holz (Streichhölzer) verkleidet.

Für die obere Lage habe ich eine Lattung aus Streichhölzern untergelegt und verklebt.

Die Überstände wurden nach dem Trocknen mit einer Bastelkneifzange abgeknipst.

Nachdem alle Hausseiten fertig sind, werden Sie an den Seiten zusammengeklebt und mit Stecknadeln zusätzlich vorübergehend fixiert.

Der Rohbau steht: Innen sieht man die Fensterfolien, die ich zusätzlich noch mit Stoffresten als Gardinen versehen habe.

Nun folgt das Dach. Hierzu habe ich schmale Styrodurplatten in 0,5 mm Stärke mit einer Dachziegel-Texturrolle bearbeitet. Auf dem Bild sieht man die angemalte Dachoberfläche.